Kinderhaut
hat spezielle
Anforderungen.


Neurodermitis

Kinder sind häufiger betroffen als Erwachsene

In den letzten Jahren ist ein allgemeiner Anstieg an Allergien, chronisch-entzündlichen und Autoimmunerkrankungen verzeichnet worden. Auch eine Zunahme an Neurodermitis-Fällen bei Kindern gehört dazu. Ob das daran liegt, dass immer mehr Kinder in einer hygienisch einwandfreien Umgebung aufwachsen und ihr Immunsystem sich daher nicht bzw. zu spät mit Allergenen und externen Reizen auseinandersetzen kann (Hygiene-Hypothese), wird derzeit kontrovers diskutiert. Die gute Nachricht ist: Während rund 13 % aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren an Neurodermitis erkrankt sind, liegt die Häufigeit bei Erwachsenen nur noch bei rund 4 %; in vielen Fällen wächst sich die Erkrankung mit der Zeit sozusagen von selbst aus.

Vorbeugung im Säuglingsalter

Ab dem 2. oder 3. Lebensmonat kann es bei Babys zum sogenannten "Milchschorf" kommen: rötlichen Bläschen auf der Kopfhaut, die nach dem Austrocknen weißliche Krusten bilden und dann verbrannter Milch ähneln. Milchschorf kann, muss aber nicht die Vorstufe zu einer Neurodermitis sein: Dann entwickeln sich daraus die typischen Ekzeme an Hals, Kniekehlen und Armbeugen. Auch eine doppelte Lidfalte und dunkle Schatten in der Augenregion sind für Neurodermitis kennzeichnend. 

Zu den bekanntesten Auslösern einer Neurodermitis im Kleinkindalter zählen das Abstillen und die Einführung der Beikost. Als beste Vorbeugung gegen Allergien im Allgemeinen gilt, das Baby bis zum vollendeten 6. Lebensmonat zu stillen und frühestens ab dem 5. Lebensmonat mit der Fütterung der Beikost zu beginnen.

Kleinkinder und Neurodermitis

Unter den siebenjährigen Schulkindern sind es bereits 15 %, die unter der entzündlichen Hauterkrankung leiden. Mit fortschreitendem Kindesalter verändert sich das Erscheinungsbild der Neurodermitiker: An Hals und Nacken, Dekolleté, im Schulterbereich sowie auf Hand- und Fußrücken sind die Symptome jetzt stärker ausgeprägt als bei Babys. 

Um bei Ihrem Kind Neurodermitis-Schübe zu reduzieren, kann es helfen, mögliche Allergene und auslösende Reize soweit wie möglich auszuschließen: Verzichten Sie beispielsweise auf Katzen als Haustiere und achten Sie im Freien auf ausreichenden Sonnenschutz. Zu den stärksten Allergenen gehört darüber hinaus der Kot von Hausstaubmilben. Diese kleinen Plagegeister ernähren sich von abgestorbenen Hautschüppchen und sind deshalb überall dort verteten, wo sie Nahrung finden: bevorzugt in Wohntextilien wie Teppichen, Polstern, Matratzen und Kissen.

Das hilft gegen Hausstaubmilben:

  • Teppiche und Polster weitestgehend aus der Wohnung entfernen
  • Stofftiere monatlich ins Gefrierfach legen und regelmäßig waschen
  • Keine Federbetten oder Kopfkissen mit Daunenfüllung verwenden
  • Matratzen mit speziellen Allergiker-Bezügen versehen 

Arzneimitteleinsatz nach Möglichkeit vermeiden

Aufgrund der Beschaffenheit dünner Kinderhaut gilt es, bei der Behandlung einige Einschränkungen zu berücksichtigen. Die Leitlinien für Neurodermitis empfehlen eine Lichttherapie nur bei erwachsenen Neurodermitis-Patienten. Urea ist für empfindliche Kinderhaut ebenfalls nicht geeignet; ähnliches gilt für Kortison. Umso wichtiger ist es, auf eine sensible Hautpflege zu achten und schon frühzeitig mit einer geeigneten Basistherapie zu beginnen, um den Arzneimitteleinsatz nach Möglichkeit auf ein Minimum reduzieren zu können.